Der Evangelist Matthäus

Auf dem ersten Bild sieht man den Evangelisten Matthäus. Sein Attribut ist der Mensch oder auch der Engel, weil sein Evangelium mit dem Geschlechtsregister Christi beginnt. Matthäus sitzt auf einem Kissen und hat einen Heiligenschein, die Symbole, die eine hochgestellte Persönlichkeit auszeichnen. Er trägt ein rotes Gewand, die Farbe der Gottgeweihten aus dem Alten Testament. Das Buch in seiner Hand versinnbildlicht das Evangelium.

Der Evangelist Markus

Der Evangelist Markus hat als Symbol den Löwen, denn sein Evangelium, worauf das Buch, das er hält, hinweist, beginnt mit Johannes dem Täufer, der in der Wüste lebte. Wieder wird die Stellung seiner Person durch das Kissen und den Nimbus ausgedrückt. Der scharlachrote Vorhang weist auf Christus, und die Säule ist das Sinnbild der tragenden Kraft.

Der Evangelist Lukas

Lukas Attribut ist der Ochse oder Stier. Das im Lukas 1 berichtete Räuchern des Zacharias wurde wohl als Opfer missverstanden und daher Lukas das Opfertier, der Stier, beigegeben. Die Palette mit den Pinseln deutet auf seine Funktion als Schirmherr der Maler hin, denn nach der Legende hat er Maria gemalt. Diernhöfer vermutet, dass dies ein Selbstbildnis des Malers ist. Als Beweis führt er die Palette, das Fehlen des Heiligenscheins, die Fingerstellung der rechten Hand (typische Stellung, wie der Maler den Pinsel hält) und das Abweichen der Gesichtszüge von den anderen Köpfen (Porträtähnlichkeit) an.

Der Evangelist Johannes

Das Symbol des Evangelisten Johannes ist der Adler. Das geöffnete Fenster versinnbildlicht das Zwiegespräch mit Gott. Auch hier haben wir wieder die Säule als Symbol der tragenden Kraft und das Buch, das auf das Evangelium hinweist. Eine besondere Symbolik haben die fünf Bäume. Sie stellen Christus und die vier Evangelisten dar.

Jesus im Tempel

Auf dem fünften Bild ist Jesus abgebildet. Er ist in Rot und Weiß gekleidet. Die erste ist die Gottesfarbe und die zweite Symbol der unbedingten Wahrheit Gottes, der Sündenlosigkeit und fürstlichen Gewalt. In Verbindung mit Rot ist es die Farbe der Gottgeweihten. In diesem Bild sind zwei Bibelverse enthalten. 1. Ich bin die Tür, so jemand durch mich eingeht, der wird selig werden. (Joh. 10,9) wird ausgedrückt durch die offene Tür, in der Jesus steht. Der zweite Vers lautet: Und auch ihr als die lebendigen Steine bauet euch zum geistlichen Hause. 1. Petrusbrief 2 und 5. Er bezieht sich auf die Steinquaderung. Außerdem erscheint hier wiederum die Säule, Sinnbild der tragenden Kraft.

Der Prophet Hesekiel

Nach Ansicht von Kirchmeister A. Welker, Herrstein, müsste das Bild 6 in der Reihenfolge mit Bild 8 gewechselt werden. Nach seiner Meinung wird hier die Berufung des Propheten Hesekiel dargestellt (Hesekiel 2, V. 9 und Hesekiel 3, V. 1-3). Das geöffnete Buch in der Hand des Propheten könnte auf das Neue Testament hinweisen. Die Wolken am oberen Bildrand (links) und die Hand mit dem Brief symbolisieren die Anwesenheit Gottes, der mit Hesekiel spricht. Der große Baum am echten Bildrand ist Sinnbild des Lebens und Wort Gottes.

Der Prophet Jesaja

Das nächste Bild zeigt Jesaja. Die offene Schriftrolle, so Diernhofer, weist ihn als Propheten aus. Diese haben Rollen statt Bücher, um die Unvollkommenheit ihrer Offenbarung anzudeuten. Auf der Schriftrolle steht "Ecce Virgo", das bezieht sich auf Jes. 7.14, die Geburt Immanuels. Rechts ist eine Stadt, wahrscheinlich Bethlehem. Vom Kirchturm weht eine weiße Fahne, Symbol der Sündenlosigkeit. Sie kann aber auch bedeuten: Geboren ist der Friedefürst. Das lässt ebenfalls schließen, dass die Stadt Bethlehem ist. Die kleine Dreifigurengruppe verweist auf Jes. 9 K 19.21. Manasse fraß Ephraim, Ephraim den Manasse und beide zusammen zogen zu Feld gegen Juda. Hier fallen im Gegensatz zu den Aposteln und Evangelisten die semitischen Gesichtszüge des Jesaja auf.

Der Apostel Paulus

Auf der achten Tafel ist Paulus abgebildet. Auffallend ist hier die Unstimmigkeit der Proportionen. In der Symbolsprache bedeutet ein großer Kopf, dass hier der Geist überwiegt. Die linke Bildseite ist von einem dunklen schweren Himmel ausgefüllt, der das frühere Leben des Paulus als Saulus versinnbildlicht. Hier ist auch die Steinigung des Stefanus dargestellt. Rechts sehen wir Paulus nach seinem Damaskuserlebnis. Das Haus ist eine Kirche, und die offene Pforte und der Baum symbolisiert die 10 Gebote. Paulus hält ein Buch, das durch fünf Nägel geziert wird, die auf die vier Evangelisten und die Paulusbriefe hinweisen. Die linke Hand zeigt die Siegesgeste und deutet dabei auf das Buch, das Wort Gottes hat gesiegt.

Prophet Jonas

Auf der neunten Tafel ist Jonas zu sehen, der ...

Moses

Das letzte Bild zeigt Moses, der die Gesetzestafeln hält und auf einem schwarz-weißen Steinpflaster steht (Es steht schwarz auf weiß geschrieben). Auffällig ist hier die Ähnlichkeit mit der Jesusdarstellung. Ebenfalls die große Säule, die offene Pforte und die Quaderung.

 

 

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